Fulminanter Ausklang des Klassik-Festivals
Fulminanter Ausklang des Klassik-Festivals "I Virtuosi Italiani" bei den Wörthersee Classics.
Mit einem Konzert, das mit dem schönen Fremdwort "fulminant" durchaus zutreffend bezeichnet werden darf, war der zweite Jahrgang des von seinen lokalen Bezügen sinnig durchzogenen Wörthersee-Classics-Festivals kammermusikalisch zu Ende gegangen. Gar nicht wenige Besucher hatten sich nicht gescheut, ein heißes Pfingstwochenende mit einer spannungsvollen Begegnung ausklingen zu lassen. Und vielleicht konnte der eine oder andere Zuhörer feststellen, dass Wolfgang Amadeus Mozart und Anton Webern zwar Jahre, aber sicher nicht Welten voneinander trennen.

Vielleicht musste ein in ganz anderen Traditionen stehendes Orchester kommen, um diesen Beweis neuerlich zu erbringen. Jedenfalls ist das männerdominierte Kammerorchester "I Virtuosi Italiani" ein fabelhafter, mit unerhörter Spiellaune seinen Aufgaben gewachsener Klangkörper. Die Aufgaben - das waren an diesem Abend in der akustisch doch nicht ganz üblen Wörthersee-Halle Weberns "Symphonie op. 21" und dessen "Quintett C-Dur", von Mozart das "Klavierkonzert Nr. 12" und die "Symphonie Nr. 29".

Alexei Kornienko - ein dirigierender Pianist oder klavierspielender Dirigent? Eine müßige Frage: Er war beides auf eine beglückend uneitle, völlig in den anspruchsvollen Werken aufgehende Weise.

ERNST SCHERZER