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Am Wörthersee haben sich seit der Zeit der Romantik nicht wenige bedeutende Komponisten niedergelassen, um zur Sommerzeit in Ruhe ihrem Schaffen frönen zu können. Daran erinnert das Festival "Wörthersee Classics" jeweils mit einem Gustav-Mahler-Tag, einem Anton-Webern-Tag, einem Alban-Berg-Tag und einem Hugo-Wolf -Tag. Auch ehrt man den Meister Johannes Brahms, wobei dieser 2004 sogar mit einem kleinen Symposion gewürdigt wird, das von Wiener Germanisten Herbert Zeman ausgerichtet wird. Auf das Eröffnungskonzert mit Mahlers Sechster Symphonie, dirigiert von Festival-Organisator Alexei Kornienko, folgt am 19.Juni der Anton-Webern-Tag, wobei die Passacaglia op.1 des Tages-Patrons die frühe, spätromantisch orientierte Zeit der Meister der Wiener Schule repräsentieren wird. Auserdem erklingt die Uraufführung des Friedrich-Nitzsche-Oratoriums "Das Lied von die Hohen Bergen" des Klagenfurter Komponisten Alfred Stingl. Von Alban Berg, der sich gegen Ende eines Lebens am Wörthersee angesiedelt hat, erkliengen am 21.Juni die Klarinettenstücke op.5. Sie stehen im Kammerkonzert mit dem Gustav Mahler Ensemble zwischen zwei höchst unterschidlichen romantischen Werken wienerischer Provenienz, dem Streichtrio in B-Dur von Franz Schubert und dem Klarinettenquintett in A-Dur (1938) von Franz Schmidt, einem der klangschönsten, blühendsten Werke der Spätromantik, das allein eine musikalische Entdekungsreise wert ist! Zum Hugo-Wolf-Tag am 22.Juni erklingt neben einer Orchesterfassung von Wolfs Streichquartett in d-Moll, einem kühen, auf Wagner´scher Klangsprache basierenden, doch weit vorausweisenden Stück, eine kammermusikalische Version von Max Regers Violinkonzert, dessen Solopart Elena Denisova spielen wird, eine wunderbare Geigerin, die von der Qualität dieses selten gespielten Werks zutiefst überzeugt ist und davon jüngst eine exellente CD-Einspielung vorgelegt hat. Den Abschluss des Festivals bildet ein erstaunliches Debüt: Endlich einmal kommen die Wiener Philharmoniker nach Klagenfurt und setzen unter Riccardo Mutis Leitung mit Werken von Brahms, Verdi, Busoni und Respighi einen prominenten Schlusspunkt. Die Presse - 18. Juni 2004 |
| (Nicht nur das) Lied von den hohen Bergen |
| Mit “Woerthersee Classics“ bat sich ein anspruchsvolles Festival etabliert. |
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Mit einem Gastspiel der Wiener PhiIharmoniker unter Riccardo Muti endet am Mittwoch das dritte
Festival “Woerthersee Classics“. Es ist das erste Mal, dass das Wiener Orchester in Klagenfurt
gastiert Für die Orchester- und Chorkonzerte des Festivals wären die traditionellen Spielorte in der
Landeshauptstadt zu klein- Deshalb hat man eine Halle auf dem Meege1äride dapt1en und heuer vorn Architekten Bernhard Quiring akustisch aufbessern lassen. Die Erfahrungen beim Rau der
neuen Wiener Musikvereinssäle sind dabei zugute gekommen.
Tatsächlich hört man in der Halle nach wie vor alles. Vielleicht hie und da mehr als- den Musikern hei, ist, die solch trockene, aber ehrliche Akustik eher fürchten als 1ieen. Doch kIang bereits die rumänische George Enescu Philharmonie schön differenziert, als sie unter Leitung von Festival Organisator zum Auftakt Alexei Kornienko Mahlers Sechste spielte.
Bei “Woerthersee Classics“ gibt es Jahr für Jahr einen Mahler-, einen Webern, einen Alban.Berg,
einen Brahms und einen Hugo-Wolf - Tag. So ehrt man Komponisten, die am W5rthrsee wichtige
Schaffensphasen verbrachten und vom Kärntner Ambiente inspiriert wurden Damit ist auch ein
Qualitätsanspruch vorgegeben: Mit idyllischen Wörthersee-Bildern wird man hier nicht eingelullt.
Kornienko und seine Partnerin Elena Denisova setzen auf anspruchsvolle Programmierung.
Neben Anton Weberns Passacaglia erklang am Webern-Tag die Uraufführung der machtvollen
Nietzsche-Liedersymphonie “Das Lied von den hohen Bergen“ des Kärntner Komponisten Alfred
Stingl. Und neben Alban Bergs Klarinettenstücken Schuberts Streichtrio in B-Dur und das
Klarinettenquintett in A-Dur von Franz Schmidt: So spannte das Gustav Mahler Ensemble einen
Querschnitt über die musikalische Romantik wienerischer Provenienz.
Dienstag ergänzte Elena Denisova mit dem selten gespielten Violinkonzert von Max Reger in der kammermusikalischen Fassung Rudolf Kolischs den Konzertreigen. durch dessen Programmatik der „Presse“-Musikkritiker Wilhelm Sinkovicz führte.
Dieser referierte auch beim Brahms-Symposion, das der Wiener Germanist Herbert Zeman ausrichtete, über den ästhetischen Klassizismus Eduard Hanslicks. Das Symposion brachte mit Referenten wie Dietz Rüdiger Moser, Zeman selbst, Manfred Wagner und Hartmut Krones auch Einsichten über Brahms´ geistiges Umfeld. gl
Die Presse FEUILLETON 23. Juni 2004 1 3 |