POST SCRIPTUM

Dear Ladies and Gentlemen,
Friends of Music and the Woerthersee Classics Festival,

I am particularly pleased to hereby summarize this seasons highlights. The year 2014 presented us with new challenges, but now implementing new measures, we look back at four absolutely successful festival days with a new usage record - three of our four concerts were sold out to the last seat.

Apart from the high artistic level and programmatic success (please read the comment by Alexei Kornienko) we were able to expand our tourist attraction in the early summer and are now enliving the local hotels and restaurants around the Wörthersee through the accommodation of our many artists and visitors.

What moved me personally in particular this year was the successful implementation of three long-planned collaborations, and with their sustainability primarily benefiting the local students and young people:

At first we were able to deepen our long-standing partnership with the KONSE: the Master Class with the American composer and music professor Bruce Polay on "Modern Music" proved to be a tremendous asset to the participants.

Additionally new academic doors were opened by the new rector of the Alpe-Adria-University. The multimedia presentation of the famous Mahler expert and playwrighter of the La Scala, Gaston Fournier-Facio, about the memorable meeting between Gustav Mahler and Sigmund Freud held in the lecture hall C was listened to attentively by the many eager students and visitors.
 
Similarly, positive proved the workshop of the young musicians of the Furiant quartet with pianist Nicholas Rexroth in the Europe Gymnasium. How often do we wish as concertgoers to be able to speak with artists about their view of art, and at this point we experienced impressively how excited young artists and young recipients - the concert-goers of tomorrow – discussed topics such as music and performance practice in context with even more difficult pieces (such as Berg's Sonata op.1 ).
 
And there is another project with youth, which warms my heart. Our festival supports the Klagenfurt youth emergency shelter, simply because art cannot look past the real life, but must also take a position concerning issues of our time. And our contribution in the immediate vicinity is just a help for the institution, which young people again conveys a sense of being at home.

I once again thank all of our concert-goers for their enthusiastic approval, which they grant to the artists and speakers, all the sponsors who helped us to shape a successful festival 2014, and all the staff who contributed tirelessly to his project.
 
I am very much looking forward to the next Woerthersee Classics Festival on the 10th until the 14th of June 2015!

Elena Denisova

Wie ein Programm ankommt, weiß man bekanntlich immer erst nach dem Konzert. Heuer hatten wir Antonin Dvorak zum 5. Jahresregenten gekürt, was vom Festival-Publikum hervorragend angenommen wurde. Dvoraks böhmische Musizierlaune, verbunden mit ur-romantischer Sinnlichkeit  und harmonischer Volkstümlichkeit, hinterließ starke Emotionen.

Was mich heuer persönlich überraschte und doppelt freute, war die Akzeptanz der Moderne in unserem Programm. Webern und Berg sind ja schon vertraute Namen, aber ich schätze mich glücklich, dass unsere Besucher im Klagenfurter Konzerthaus auch zeitgenössische Komponisten, wie im letzten Jahr Udo Zimmermann und heuer unseren Composer-in-Residence Alfred Huber bejubeln, weil ihnen deren Musik offenbar etwas zu sagen hat und nahe geht. Das zeigt eine Freiheit des Geistes in diesem Land, sich auch mit sehr anspruchsvollen Neuheiten auseinander zu setzen.

Die vier Konzertabende deckten eine Vielzahl von Schwerpunkten ab, die auch von den Kritikern sehr gut bewertet wurden. Am Beispiel Dvoraks, der in jedem der Konzerte mit einem Werk vorkam, wurden auch stilistische und feinstoffliche Unterschiede zwischen den Künstlern besonders deutlich.

Betonte der erste Abend mit Dvorak und Mahler die große, kulinarische Symphonik sozusagen aus pan-europäischer Künstlersicht zwischen Ungarn und Russland, so spiegelte der zweite Abend mit dem Quartett und Solopiano die Frische und den Enthusiasmus junger Künstler aus Deutschland und Österreich wider. Leidenschaft und Sinnlichkeit zeichneten den „österreichischen“ Kammermusikabend aus, während im sich Finale Moderne und Tradition maßstäblich vereinten.

Die Kombination von hochkarätigen Konzerten und höchst informativen Vorträgen im KONSE, der Alpe-Adria-Uni und im Europa Gymnasium hat sich bewährt, und wir werden diese Schiene gerne auch in der nächsten Spielzeit befahren. Und: Es wird selbstverständlich wieder einen neuen Jahresregenten 2015 geben. Lassen Sie sich überraschen.

2014 war ein wahres Fest der Musik, und ich danke Ihnen, liebes Publikum, für Ihre Zustimmung und Ihren Enthusiasmus bei den Konzerten aller und besonders auch der jungen Künstler. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

Alexei Kornienko

Werke und Inhalte 2014

ENIGMA I - des neue Violinkonzert von Alfred Huber
Ur-Aufführung während des Woerthersee Classics Festivals 2014

Der Komponist selbst schreibt dazu:

Komponieren zwischen Fühlen und Denken

Seit Anbeginn meines musikalischen Denkens fasziniert mich das Spannungsfeld zwischen Konstruktion und Ausdruck einer Komposition, also eine Problemstellung, welche das gesamte 20. Jahrhundert wie ein roter Faden durchzieht.

Noch in den 80er-Jahren, also am Beginn meiner kompositorischen Wanderung,  war ich der Meinung, dass eine gute Tonhöhenorganisation schon die halbe Miete auf dem Weg zu einer guten Komposition sein könnte. Die halb-tonalen Reihen von Hindemith und auch die Modi begrenzter Transponierbarkeit von Messiaen faszinierten mich, weil sie dem Gehör die nötige Ruhe schaffen, sich auf ein Musikstück einzulassen.

Doch Reihenbildung allein war mir auf Dauer zu einengend, der logische Übergang fehlte, das Schaffen von Ausdruck zu limitiert. Die Beschäftigung mit Cognitions-Psychologie in den letzten 12 Jahren schien mir Wege zu eröffnen, zu konstruieren und mich dabei gleichzeitig auszudrücken. Trotzdem kam dabei die Konstruktion, das rationelle Element ein wenig ins Hintertreffen.

Wieder einen Schritt weiter gehe ich mit dem nun entstehenden Op.23, dem Konzert für Violine und Kammerorchester. Das Werk ist gleichsam auf verschiedenen Meta-Ebenen geschaffen, welche beim Auftreten von akustischen Impulsen, meist des Schlagzeugs, ineinander übergehen. Jede Meta-Ebene reflektiert dabei die jeweils vorhergegangene Ebene, gleich einer musikalischen Turing-Maschine. Für mich spannend ist dabei die Frage, inwiefern sich dabei atonale und tonale Sequenzen abwechseln und überlappen lassen und inwiefern daraus Ausdruck entstehen kann.

Das Werk ist 3-sätzig angelegt, eine für mich perfekte Zahl in der Komposition, weil sich damit die basalen musikalischen Formalerwartungen unseres Gehirn am besten bedienen oder eben durchbrechen lassen.


Streichquartett Nr. 2, Op. 14, von Alfred Huber

Der  Komponist schreibt dazu:

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit Gestaltpsychologie und Informationstheorie kristallisierte sich in meinem musikalischen Denken ab dem Jahr 2002 zunehmend die Gewissheit heraus, dass in Zukunft weniger formale und satztechnische Überlegungen theoretischer Natur in die Neuproduktion meiner Musik einfließen sollten, als vielmehr Überlegungen zur allgemeinen Perzeptionsfähigkeit des menschlichen Gehirns. Diese deutliche Ausrichtung auf den Zuhörer und seine Hörfähigkeiten bzw. Hörmöglichkeiten bedingt zwangsläufig eine Abkehr von den traditionellen Techniken der Avantgarde. In immer neuen Anläufen versuche ich jetzt die Kunstmusik des 18. und 19., insbesondere aber des 20. Jahrhunderts unter informationstheoretischen Aspekten zu analysieren. Dabei wird ebenso wenig vor satztechnischen wie harmonischen oder formalen Gesichtspunkten halt gemacht. Die gewonnenen Erkenntnisse und Um-Interpretationen fließen dann direkt in meine Kompositionen ein.

Zum Streichquartett: Bei 3-sätzigem Aufbau bietet sich zwangsläufig die Form Schnell-Langsam-Schnell an, wobei es in allen drei Sätzen zu gegensätzlichen Einbrüchen kommt und so die während des Hörens der Musik gewonnene Erwartungshaltung hinterfragt wird. Eine ähnliche Erwartungshaltung soll durch die durchgehende Verwendung von modalen Strukturen im Zuhörer erzeugt werden, hier aber wieder durch das Überraschungselement der „Modulation“ wahrnehmbar gemacht werden.

Die „Modi“ wechseln mit den Sätzen, ergeben aber insgesamt eine Rundreise durch das gesamte intervallische und Tonhöhen-Spektrum der 12-Ton-Skala. Im Sinne einer generativ-destruktiven Ästhetik (Günter Seubold 2005) ist vor allem die thematische Arbeit angelegt. Alle drei Sätze werden von gleichem Material beherrscht, Themen auf ihre Intervallschritte reduziert und später wieder neu aufgebaut.

Insgesamt denke ich, dass mein 2. Streichquartett eine deutliche Hinwendung zur teleologischen Tradition unseres Kontinents ist, eine Reflexion über Traditionelles und eine Absage an jede Spekulation über ein „Ende der Kunst“.

Program 2014

Tuesday, 10 June - Opening Night

19:30 Great Hall - Konzerthaus

Antonin Dvorak – Concerto for Violoncello and Orchestra in B minor, op.104
Gustav Mahler
– Symphony No. 4 in G major (with Soprano Solo, text from "Des Knaben Wunderhorn")

Sergej Roldugin, Violoncello
Irina Gulde,
Soprano
Tibor Boganyi,
Conductor
Pannon Philharmonic


Wednesday, 11 June - Alban Berg Day

19:30 Mozart Hall - Konzerthaus

Joseph Haydn – String Quartet in G major op. 76/1
Alfred Huber
– String Quartet No.2, op.14 ( 2009 )
Alban Berg
– Sonata for Piano, op.1
Antonin Dvorak – String Quartet No.12 in F major, op.96, "The American"

Nikolaus Rexroth, piano
Furiant Quartet


Thursday, 12 June - Gustav Mahler Day

18:00 Auditorium C - University of Klagenfurt

Gaston Fournier-Facio – Lecture on Gustav Mahler and his historic meeting with Sigmund Freud. The Artistic Coordinator of the Milan Scala and well-known Mahler expert presents his highly-respected book‘s conclusions. Multi-media presentation, including many musical examples.

Free Entrace and free parking possibilities!


Friday, 13 June - Johannes Brahms Day

19:30 Mozart Hall - Konzerthaus

Johannes Brahms – Piano Quintet in F minor, op.34
Antonin Dvorak
– Piano Quintet No.2 in A major, op.81

Karin Adam, Violin
Maximilian Dobrovich, Violin
Roman Bernhart, Viola
Andreas Pokorny, Violoncello
Doris Adam, Piano


Saturday, 14 June

ANTON von WEBERN DAY

10:00 - 16:00 Konse

Master Class: with Bruce Polay, conductor and composer.
In co-operation with the Carinthian State Conservatory „KONSE“

19:30 Great Hall - Konzerthaus

Anton von Webern - "Langsamer Satz" for String Quartet (1905), edited for String Orchestra
Alfred Huber
- „Enigma I“ : Violin Concerto (2014, World Premiere)
Antonin Dvorak
- Serenade for String Orchestra in E major, op.22

Elena Denisova, Violin
Alexei Kornienko, Conductor
Wiener Concert-Verein


Accompanying the festival / Media Room Konzerthaus

Exhibition by Astrid Langer - "UNZEITIG"

 


Concert Introductions with musical backgrounds – Wilhelm Sinkovicz

Program 2014

> open in PDF Viewer   > PDF Download
     

Downloads

Tuesday, 10 June - Opening Night

© Valentin Baranovsky

Sergey Roldugin

Download Webformat

Irina Gulde

Download Webformat

Wednesday, 11 June - Alban Berg Day

Nikolaus Rexroth

Download Webformat

Nikolaus Rexroth

Download Webformat

Furiant Quartet

Download Webformat

Thursday, 12 June - Gustav Mahler Day

Gaston Fournier-Facio

Download Webformat

Friday, 13 June - Johannes Brahms Day

Roman Bernhart

Download Webformat

Andreas Pokorny

Download Webformat

Saturday, 14 June - Anton von Webern Day

Alfred Huber

Download Webformat

Wiener Concert-Verein

Download High Resolution

Wiener Concert-Verein

Download High Resolution