Programm 2010

12. JUNI Eröffnungskonzert um 19.30 Uhr

Ludwig van Beethoven   Violinkonzert in D-Dur, op. 61
Johannes Brahms /Arnold Schönberg  Klavierquartett in g-Moll, op. 25
arrangiert für großes Orchester von A. Schönberg

Elena Denisova, Violine
Martin Panteleev, Dirigent
Sofia Philharmonic Orchestra


13. JUNI Konzert um 19.30 Uhr

Sergei Rachmaninow  Klavierkonzert Nr. 3 in d-Moll, op. 30

Hugo Wolf   Penthesilea
Franz Liszt  Les Prèludes

Alexander Sinchuk, Klavier 
Alexei Kornienko, Dirigent
Sofia Philharmonic Orchestra


14. JUNI Komponisten-Event um 16.00 Uhr

Komponistenportrait Dieter KAUFMANN
 
Buchpräsentation “Dieter Kaufmann – ich gehe im himmel der pfützen”
Verlag Lafite Wien
Uraufführung “Unpainted Poems” für Stimme und Violine Op. 120 A

Gunda König, Stimme
Elena Denisova, Violine

Ilse Schneider, Moderation


14. JUNI Konzert um 19.30 Uhr

Anton von Webern Langsamer Satz für Streicher
Johannes Brahms Variationen über ein Thema von Haydn, op. 56a

Ludwig van Beethoven  Symphonie Nr. 3 in Es-Dur, op. 55, „Eroica"

Riccardo PARRAVICINI, Dirigent  
OFFERTA MUSICALE  Orchestra da Camera di Venezia


10. JULI Konzert um 19.30 Uhr

DIE GROSSE MAHLER GEBURTSTAGSGALA

Zwei Welt-Uraufführungen und eine Europa-Erstaufführung**!

Gustav Mahler / Yoon Kuk Lee   Symphonie Nr. 4*
bearbeitet für Kammerorchester von Y.K. Lee  

Gustav Mahler / Pavel Singer 
Klavierquartett
bearbeitet für Violine und Klavier von P. Singer

Gustav Mahler / Gilbert Kaplan 
Resurrection Chorale**
zusammengestellt aus Mahlers Symphonie Nr. 2 und für Solisten, Chor und Kammerorchester bearbeitet von G. Kaplan

Die Bearbeitungen von Yoon Kuk Lee und Pavel Singer sind Auftragswerke des Woerthersee Classics Festivals 2010

Elena Denisova, Violine
Alexei Kornienko, Klavier
Isabelle Garlicka, Sopran **
Livia Kretschmann, Alt **
Yoon Kuk Lee, Dirigent *
Gilbert Kaplan, Dirigent **
Talich Chamber Orchestra Prague
Das Gustav Mahler Ensemble
Vocalforum Graz **
Franz M. Herzog, Chorleiter

Die Botschaft der Musik erreichte die Herzen

Einen großen Erfolg konnte das zum neunten Mal stattfindende Woerthersee Classics Festival verbuchen: Ungeachtet des vor allem am Samstag und Sonntag drückend heißen Wetters und der Fußball-WM strömten zu den Konzerten von 12. bis 14. Juni Musikfreunde aus ganz Kärnten und auch aus benachbarten Ländern ins Konzerthaus. Die Wochenend-Konzerte waren exzellent besucht, was sowohl für die Attraktivität der Werke wie der beteiligten Künstler spricht.

Intendantin Elena Denisova fasste unmittelbar nach dem Abendkonzert am 14. Juni die Ergebnisse  erfreut zusammen: „Wieder einmal mussten wir König Fußball begegnen und konnten sogar einen beachtlichen Erfolg erringen. In den ersten beiden Konzerten konnten wir mehr als 90% Karten verkaufen, und auch das Dieter-Kaufmann-Konzert am Montagnachmittag war gut besucht.“

Auch Alexei Kornienko, künstlerischer Leiter der Woerthersee Classics, ist hoch zufrieden: „Das Programm war anspruchsvoll und kam optimal beim Publikum an. Standing Ovations und lang anhaltender Jubel, dazu noch vielfach geäußertes Lob nach den Konzerten bestärken mich im Glauben, dass diese Konzerte zu den allerbesten zählten, die wir hier präsentieren durften.“

Die Philharmoniker aus Sofia erwiesen sich als spielfreudiges Ensemble, das in allen Orchestergruppen Einsatz und Können zeigte, und seinem Ruf, das beste Orchester Südosteuropas zu sein, alle Ehre machte.

Wunderschön verlief das Eröffnungskonzert, in dem Elena Denisova das Beethoven-Violinkonzert gestaltete und sehr aufmerksam, ja liebevoll von Dirigent Martin Panteleev und dem Sofia Philharmonic begleitet wurde. Kantilenen, die das Herz öffneten, erfüllten den Saal, und mit gewohntem Brio erfüllte die Künstlerin das Finale mit Schwung und Vitalität, wie man es sich besser nicht wünschen kann. Was das Orchester draufhat, zeigte es dann beim von Arnold Schönberg arrangierten Brahms-Klavierquartett, das höchste Präzision und unbedingten Einsatz, etwa im mitreißenden ungarischen Finale verlangt. Die Ovationen und der Jubel des Publikums nach beiden Werken zeigten, dass hier die Botschaft der Musik alle Herzen erreicht hatte.

Ähnlich dann der zweite Abend: Zuerst lockte ein großes romantisches Konzert – Rachmaninows Drittes. Alexander Sinchuk, 22jähriger Newcomer aus Russlands Fernem Osten, ein junger, eleganter Pianist, entpuppte sich als Meister des lyrischen Spiels, der zudem in den entscheidenden Steigerungen durch große Pranke und hochkarätige Virtuosität für Staunen sorgte. Man kann verstehen, warum Sinchuk im letzten Jahr den begehrten Rachmaninow-Preis für sich entscheiden konnte. Die Spannung des Publikums entlud sich in lang anhaltender Begeisterung.
Im Anschluss daran setzte Alexei Kornienko, seit Herbst 2009 Chefdirigent des Sofia Philharmonic, erneut die Stärken seines aufmerksamen Orchesters bei Hugo Wolfs „Penthesilea“ und bei Franz Liszts „Les Preludes“ eindrucksvoll in Szene, wobei sich Liszt feindynamisch reizvoll und voll lebendigen Innenlebens bis zu den großartigen Fanfaren des Hauptthemas aufschwang. Der Publikumsjubel danach kam spontan und war voll verdient.

Am dritten Tag fand sich eine aufmerksame Gemeinde zusammen, um Dieter Kaufmann zu würdigen. Der wohl bedeutendste österreichische Schöpfer elektro-akustisch erzeugter Musik wurde durch die Uraufführung seiner „Unpainted Poems“ (nach Texten der Kärntner Malerin Caroline) geehrt. Elena Denisova gestaltete den Violinpart und Gunda König den Text. Ilse Schneider moderierte.
Am Abend zeigte das venezianische Kammerorchester L’Offerta Musicale unter Riccardo Parravicini, wie schwungvoll und leichtherzig man Klassik südlich der Alpen zu spielen weiß. Beethovens „Eroica“ wies da und dort schon auf Verdi voraus, und die „Haydn-Variationen“ von Brahms erfreuten die Sinne durch ihre Transparenz und den tänzerischen Puls.